Nesseltiere
- Nesseltiere
- Lebensformen: Polypen und Medusen
- Die Klassen der Nesseltiere
- Merkmale und Grundbauplan der Nesseltiere
- Körperbau
- Der Gastralraum – Magen und Darm in einem
- Einfaches Nervensystem: Das Nervennetz
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Lerntext zum Thema Nesseltiere
Nesseltiere
Warst du schon einmal im Sommer am Meer und hast dort eine Qualle im Wasser gesehen? Vielleicht hast du dich sogar gefragt, wie sich dieses glibberige, durchsichtige Tier fortbewegt. Quallen, aber auch bunte Korallen und Seeanemonen, gehören zu einer faszinierenden Tiergruppe: den Nesseltieren (Cnidaria). Sie bewohnen seit über 600 Millionen Jahren die Weltmeere und besitzen ein besonderes Merkmal, das sie von fast allen anderen Tieren unterscheidet – ihre extrem schnellen und wirkungsvollen Nesselkapseln.
Nesseltiere (Cnidaria) bilden einen Stamm im Tierreich. Dabei handelt es sich um Tiere, die im Wasser leben – meist im Meer.. Ihr besonderes Kennzeichen sind spezialisierte Zellen, die Nesselzellen (Cnidocyten), welche zur Verteidigung und dem Beutefang dienen. Sie gehören zu den ältesten bekannten, vielzelligen Lebewesen.
In diesem Text erfährst du mehr über die Merkmale und Lebensweise der Nesseltiere.
Lebensformen: Polypen und Medusen
Nesseltiere treten in zwei grundlegenden Lebensformen auf, die oft im Generationswechsel miteinander abwechseln (z. B. bei den Schirmquallen). Das heißt Polyp und Meduse wechseln sich im Lebenszyklus ab:
| Kriterium | Polyp (festsitzendes Stadium) | Meduse (freischwimmendes Stadium / Qualle) |
|---|---|---|
| Lebensweise | festsitzend, oft in Kolonien lebend | frei im offenen Wasser |
| Körperform | zylindrisch, sackförmig; Tentakel zeigen nach oben bzw. zum Wasser hin | Glocken- oder schirmförmig; Mundöffnung und Tentakel zeigen nach unten |
| Befestigung | mit einer Fußscheibe am Untergrund verankert | bewegt sich durch rhythmische Kontraktion des Schirms |
| Fortpflanzung | meist ungeschlechtlich (Knospung, Teilung) | geschlechtlich (Bildung von Ei- und Samenzellen) |

- Polypen sind die festsitzende Form der Nesseltiere, wie man sie bei Seeanemonen und Korallen findet. Sie fangen ihre Beute mit ihren Tentakeln aus dem vorbeiströmenden Wasser und können sich sowohl geschlechtlich als auch ungeschlechtlich fortpflanzen.
- Medusen sind die freischwimmenden Quallen. Sie stellen bei vielen Nesseltieren die bewegliche, geschlechtlich fortpflanzende Form dar und tragen so zur Verbreitung der Art im offenen Wasser bei. (Bei Korallen und Seeanemonen gibt es allerdings keine Medusen.)
- Korallen und Seeanemonen breiten sich ebenfalls aus – über Larven – ohne ein Medusenstadium.
- Viele andere Nesseltiergruppen (z. B. Schirmquallen) nutzen die Meduse als geschlechtliche, mobile Phase.
Die Klassen der Nesseltiere
In der folgenden Tabelle findest du die Klassen der Nesseltiere, ihre Merkmale und Beispiele:
| Klasse | Merkmale | Beispiele |
|---|---|---|
| Blumentiere | - Leben ausschließlich als Polypen, keine Medusen - viele Arten bilden Kalkskelette und große Korallenriffe |
Seeanemonen, Korallen |
| Schirmquallen | - „typische“ große Quallen - Medusenform dominiert den Lebenszyklus |
Ohrenqualle, Feuerqualle |
| Würfelquallen | - Quallen mit würfelförmigem Schirm - sehr starkes Nesselgift, teils lebensgefährlich |
Seewespe |
| Hydrozoen | - sehr vielfältige Gruppe - häufig ausgeprägter Generationswechsel zwischen Polyp und Meduse |
Hydra, Portugiesische Galeere |
Merkmale und Grundbauplan der Nesseltiere
Ob als festsitzender Polyp oder als freischwimmende Meduse (Qualle) – der Grundaufbau der Nesseltiere ist trotz der unterschiedlichen Erscheinungsformen erstaunlich einfach und effektiv.
Körperbau
Der Körper der Nesseltiere ist in der Regel radiärsymmetrisch aufgebaut. Das bedeutet, dass man den Körper entlang seiner Längsachse in mehrere gleiche Teile teilen kann, wie einen Kuchen in Tortenstücke.
Der Körper der Nesseltiere besteht aus zwei Zellschichten:
- Außenschicht (Epidermis): Sie bildet die Haut des Tieres und schützt es vor der Umgebung.
- Innenschicht (Gastrodermis): Sie kleidet den inneren Hohlraum aus und hilft bei der Verdauung der Nahrung.
Zwischen diesen beiden Zellschichten befindet sich eine gallertartige, meist zellfreie Schicht, die Mesogloea, die dem Körper Form und Elastizität gibt. (bei Quallen sehr dick, bei Polypen eher dünn).
Der Gastralraum – Magen und Darm in einem
Der Körperhohlraum der Nesseltiere, der Gastralraum , dient als eine Art Sackdarm. Er hat nur eine einzige Öffnung, die als Mund und gleichzeitig als After fungiert. Durch den Mund wird die Beute aufgenommen, im Gastralraum vorverdaut und die unverdaulichen Reste werden ebenfalls durch diese Öffnung wieder ausgeschieden. Die Mundöffnung ist typischerweise von Tentakeln umgeben, die mit Nesselzellen gespickt sind.
Hier siehst du den Körperbau von Polyp und Qualle:
Einfaches Nervensystem: Das Nervennetz
Nesseltiere besitzen kein zentrales Gehirn, sondern ein diffuses Nervennetz (Plexus). Dieses ist über den gesamten Körper verteilt. Es ermöglicht den Tieren, Reize (z. B. Berührung) zu verarbeiten und darauf mit Bewegungen oder dem Abschuss der Nesselkapseln zu reagieren. Die Nervenzellen sind dabei so vernetzt, dass ein Reiz an einer Stelle eine Antwort im gesamten Organismus auslösen kann.
Die Nesselzelle und ihr Gift
Das namensgebende und wichtigste Merkmal aller Nesseltiere ist die Nesselzelle . Sie ist eine hochspezialisierte Zelle, die eine Kapsel, die Nesselkapsel , enthält.
Funktion der Nesselkapsel
Die Nesselkapsel ist ein winziges, unter extrem hohem Druck stehendes Organell. Sie dient dem Beutefang und der Abwehr von Feinden. Auf der Oberfläche der Nesselzelle sitzt ein kleines Sinneshärchen, das Cnidocil. Wird es berührt, löst es den Abschussmechanismus aus. Durch den enormen Innendruck von bis zu 150 bar entspannt sich die Kapsel explosionsartig: Ein aufgerollter, hohler Nesselfaden schnellt in Millisekunden heraus, oft mit Dornen oder Widerhaken. Bei vielen Arten bohrt sich der Faden in das Gewebe des Opfers und injiziert ein lähmendes Nesselgift.
Wusstest du schon?
Jede Nesselkapsel kann nur ein einziges Mal ausgelöst werden. Nach dem Abschuss ist die Nesselzelle nicht mehr funktionsfähig und wird durch eine neu gebildete Zelle ersetzt. Der Abschuss selbst gehört zu den schnellsten Vorgängen im gesamten Tierreich.
Nesseltiere – Gefahr für den Menschen?
Der Kontakt mit Nesseltieren ist für den Menschen meist harmlos, kann aber bei manchen Arten sehr schmerzhaft bis lebensbedrohlich sein (z. B. die Feuerqualle oder die Seewespe in tropischen Gewässern). Das Nesselgift wirkt dann als Nervengift oder schädigt Zellen.
Zusammenfassung zum Thema Nesseltiere
- Nesseltiere (Cnidaria) sind ein Stamm meist mariner Lebewesen, die sich durch den Besitz von Nesselzellen (Cnidocyten) auszeichnen.
- Ihr Körper ist radiärsymmetrisch und besteht aus nur zwei Zellschichten (Epidermis und Gastrodermis). Die einzige Körperöffnung dient als Mund und After.
- Sie treten in zwei Grundformen auf: als festsitzender Polyp (z. B. Korallen, Seeanemonen) und als freischwimmende Meduse (Qualle).
- Das Nesselgift in der Nesselkapsel dient dem Beutefang und der Abwehr und wird explosionsartig ausgeschleudert.
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